Erstes Kapitel
„Ich will Sie nicht weiter bemühen, ich finde schon, was ich suche.“ Die Küsterfrau blickte den Herrn ein wenig verwundert an und dann auf das Bund großer Schlüssel, welches in der Thür hing, die sie soeben für den Fremden aufgeschlossen. „Ja so,“ sagte der Fremde; „nun, das braucht Sie nicht zu beunruhigen; ich werde nicht lange bleiben, und hier ist etwas für Ihre Mühe.“ Er drückte der Frau ein Geldstück in die Hand und wandte sich nach der Thür. „Der Herr Pastor hat streng verboten,“ sagte die Frau. „Er wird nichts einzuwenden haben,“ erwiderte der Fremde. „Ich werde ihm ein paar Worte zurücklassen.“ Er nahm sein Portefeuille und schrieb einige Zeilen. Als er das Blatt loslöste, gewahrte er, daß auf der andern Seite eine kleine Skizze stand, die er heute Nachmittag, während sein Fuhrwerk vor einer Dorfschenke hielt, mit ein paar Strichen hingeworfen. Ein flüchtiges Lächeln zog über sein ernstes Gesicht. „Das geht doch nicht,“ murmelte er, „und statt eines Pferdefußes sogar acht. Und hier wieder – Alles vollgekritzelt. Nun, es thut nichts,“ sagte er laut, indem er das Portefeuille wieder in die Tasche steckte, „ich schreibe dann von P. aus. Bitte, sagen Sie ihm das; adieu, liebe Frau.“ Die Küsterfrau wagte nichts zu erwidern und wandte sich zu gehen. Der Fremde schaute ihr ein paar Augenblicke nach. „Sonderbar,“ murmelte er, „als ob ich ein Sacrileg beginge, wenn ich an