Wann, wie und durch wen Amerika zuerst entdeckt wurde
Von Johannes Scherr. Als in unvordenklicher Zeit unsere germanischen Altvordern auf ihrem Wanderzuge von der mittelasiatischen Hochebene her von den übrigen Zweigen der indoeuropäischen Völkerfamilie sich gesondert hatten und in unsern Erdtheil eingerückt waren, da hat sich – so wird jetzt ziemlich allgemein angenommen – der germanische Wanderstrom zunächst in den Norden Europa’s ergossen. Dort hat er sich eine Weile gestaut, dann aber, wieder in Bewegung gerathen, südwärts sich geschoben, das eigentliche Germanien oder Deutschland allmählich bis zu den Alpen füllend, Kelten und Slaven aus seinem Wege drängend, jene westwärts, diese ostwärts. Ein ansehnlicher Theil der Germanen schloß sich aber dieser Weiterwanderung in südlicher Richtung nicht an, sondern blieb in Skandinavien fest angesessen, wo sich nach Jahrhunderten aus dem blutigen Wirrsal urgermanischer Adelsrepubliken, aus der Anarchie des Jarlthums die Königsherrschaft entwickelte und in den drei Reichen Dänemark, Norwegen und Schweden Throne aufbaute. Diese gelangten jedoch erst dann zu größerer Festigkeit, als die nordischen Könige die höchst vortrefflichen politischen Handhaben, welche das römisch-christliche Wesen dem Königthum darbot, erkennend und werthend, dem neuen Glauben nach und nach den Sieg über den urväterlichen verschafften. Herb und hart genug ging es dabei her. Denn in Skandinavien hatte sich mit dem