Erstes Kapitel.
Es war im Jahre achtzehnhundert vier und vierzig, als in Paris ein Deutscher, mit ehrfurchtsvoll gezogenem Hute vor der Julisäule stand, deren goldener Genius in der klaren Helle eines Herbstmorgens funkelte. Endlich riß er sich aus seiner Betrachtung los und ging in eines der Estaminets, die den Platz umgeben. Er schritt durch den Flur und trat in die kleine Stube. An den mit grobem Weißzeug bedeckten Tischen saßen einige Ouvriers. Sie hatten ihre Flasche Landwein vor sich, und Brod und Käse, die sie mitgebracht. Das Zimmer war lang und schmal, das Licht fiel nur sparsam durch ein Fenster hinein, dessen kleine, runde Scheiben, trüb gebrannt von der Sonne, alterthümlich in Blei gefaßt waren. Ganz in der hintern Ecke des Raumes, an einem kleinern Tische, nahe am Kamine, nahm ein Mann sein Frühstück ein, der sich durch seinen eleganten Ueberrock von den Blousenträgern am Fenster unterschied. Er schien als ein Stammgast von der Wirthin mit besonderer Achtsamkeit behandelt zu werden. Der Eintretende forderte ein Dutzend Austern, eine halbe Flasche Chablis, und ließ sich dann nieder, indem er die Anwesenden betrachtete. Aber grade die Theilnahme, mit der er sich in dem Estaminet umsah, brachte den Wirth, der ihm mit höflicher Geschäftigkeit die verlangten Dinge auftrug, zu der Frage: »Der Herr ist wohl kein Franzose, obschon er unsere schöne Sprache ganz vortrefflich redet.« Der