Chapter

Als Großvater freien ging

Beim Kreuzwirt auf der Höh' saßen sie um den großen Tisch herum: Fuhrleute von oben und unten, Gewerbsleute von Pöllau und Vorau, Holzarbeiter vom Rabenwald und Masenberg, Grenzwächter von der ungarischen Markung. Mein Großvater, der Waldbauer von Alpl, war auch unter ihnen. Er war damals eigentlich noch lange nicht mein Großvater, und ihm war sie voll und rund, die Welt, die später jedesmal ein Loch bekam, so oft eins der Seinigen nicht bei ihm war. So geht's auf der Welt, man meint in jungen Jahren, man hätte es fertig mit allem, und ahnt nicht, welche Herzensgewalten noch in der Zukunft schlummern. Und daß ich denn erzähle. Mein Großvater – Natz – Natz, wie er eigentlich hieß... nein, da ich einmal da bin, so will ich ihn doch lieber Großvater heißen schon in seiner Jugendzeit – mein Großvater also ging damals gerade »im Heiraten um«. Immer war er auf dem Viehhandel aus, oder im Getreidekauf, oder im Obstmostsuchen, oder im Wallfahrten, oder in diesem und jenem – und keinem Menschen sagte er's, warum er eigentlich wanderte. Der hübschen Mägdlein und jungen Witwen gab es genug im Lande; mancher Bauer sagte, er gebe auch eine gute Aussteuer mit, bevor man noch wußte, daß er eine heiratsfähige Tochter habe. Aber mein Großvater war einer von denen, die nach etwas anderem gucken. Er hatte den Glauben, für jeden Mann gebe es nur ein Weib auf der Welt, und es käme für den

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