Chapter

Waldeinsamkeit

Es war der Geburtstag des schon ältlichen Barons von Wangen. Einige seiner Freunde hatten ihm Glück gewünscht und waren mit ihm beim Frühstück versammelt. Die älteren erinnerten sich der früheren Zeiten und die jungen sprachen und stritten lebhaft über Vorfälle des Tages. Da man nicht einig werden konnte, hörte man endlich nothgedrungen auf die Reden der bejahrten Männer. Wangen, der älteste von ihnen, erzählte eben einige Begebenheiten, die er in der Jugend erfahren hatte, er schilderte Bekannte, die großentheils nicht mehr lebten, und erging sich so mit Freude und Lust in diesen Erinnerungen, daß ihm endlich auch die Jünglinge mit Vergnügen zuhörten. Da sein gutes Gedächtniß ihm auch die kleinsten Verhältnisse zuführte, so erhielten seine Schilderungen gerade durch das Geringfügige Leben und Frische. Wenn die Jugend oft voreilig diese Darstellungen ehemaliger Zeit und ihrer Verhältnisse verwirft, so vergißt sie, daß sie sich dadurch das Verständniß der Gegenwart erschwert und den Blick in die Zukunft verdunkelt. Da Wangen auch viele Autoren des vorigen Jahrhunderts gekannt hatte, so wendete sich die Erzählung ebenfalls auf diese, und Lob und Tadel mancher poetischen Produktionen jener Zeiten ward ausgesprochen. Der Bediente störte, welcher dem alten Baron das neueste Zeitungsblatt übergab. So wie Wangen nur hineinsah, lachte er überlaut. – Was giebt es? fragte der junge

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