Chapter

Durch die Wüste

Stundenlang begegnet man keinem Lebewesen, außer einem sandfarbenen, stelzenden Vogel, der, vor Mensch und Pferd nicht erschreckend, seinen Monolog fortsetzt. Felsiger Boden wechselt mit sandigem, man schlägt die Steigbügel nach arabischer Manier dem Gaul in die Flanken, auf daß er galoppiere; zwar hat man nichts weniger als Eile, aber die Luft wird kühler, wenn sich das Tempo erhöht. Ein Weg ist da, ein deutlicher Weg, doch schwer zu sagen, wodurch er sich vom übrigen Terrain unterscheidet. Ist er anders als graubraun, ist er nicht steinig, ist er nicht sandig wie alles ringsumher, was man seit Sonnenaufgang durchritten hat und was man durchreiten wird bis zum Sonnenuntergang? Nein, er ist durchaus nicht anders, es sei denn, daß er im Sandgebiet etwas härter erscheint als seine Umgebungsflächen, daß im Felsengebiet weniger Blöcke auf ihm als neben ihm liegen; wo er eine Furche überquert (ein Rinnsal vielleicht in der Regenzeit), stützt ein Palmenstamm seinen Rand, ein versandeter, verstaubter, halb versteinter Palmenstamm, wer weiß, wer ihn hierherbrachte. Gegen Mittag sprengt man eine Sanddüne hinauf und sieht in der Ferne einen kleinen See. Die Straße durchschneidet ihn als Damm, Palmen stehen an seinem Ufer und nicht weit von ihnen das quadratisch gemauerte Grabmal eines Marabut, eines Heiligen aus Mohammeds Nachkommenschaft. Menschen singen, ist's auch nur eine gutturale

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