Erster Teil: Der Sozialismus in Frankreich im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert
Von H. Lindemann Um die Geschichte des Sozialismus in Frankreich in der zweiten Hälfte des siebzehnten und im achtzehnten Jahrhundert verstehen zu können, ist es notwendig, ins sechzehnte Jahrhundert zurückzugehen und in großen Zügen die Entwicklung der modernen Industrie zu verfolgen, die Geschichte der arbeitenden Klassen, der Bauern und Handwerker zu erzählen und den philosophischen, politischen und religiösen Gedankeninhalt dieser Periode aufzuzeigen. Der Sozialismus eines Vairasse zum Beispiel, um im siebzehnten Jahrhundert zu bleiben, ist nach seiner ökonomischen Seite auf dem Boden der sich entwickelnden Manufaktur, nach seiner moral- und rechtsphilosophischen auf dem des Kalvinismus gewachsen; der Kommunismus Mesliers hat sich aus der Kenntnis der Lage der Bauern und ihrer alten Hausgemeinschaften entwickelt. Es ist nicht möglich, diesen und anderen Männern ihre Stellung in der Geschichte der Geistesentwicklung Frankreichs anzuweisen, ohne den wichtigsten Fäden, die aus dem großen Gewebe der Kultur dieses Landes herausschießen und sich in ihnen wie in den hervortretenden Blumen eines Musters verknüpfen, wenigstens eine Strecke lang nachzutasten. In Frankreich ist das Königtum der Träger der Zentralisation und der mächtige Förderer des modernen Staates gewesen. Es sind die Könige, die im Kampfe mit den Feudalherren im dreizehnten Jahrhundert zunächst den Hörigen ihrer