Einleitung
Zwischen der Unterelbe und dem Mündungsgebiet der Weser dehnt sich eine Landschaft, sozusagen eine breite Halbinsel aus, die schon vor Jahrhunderten einem Berichterstatter von ihr zu eigenthümlichem Vergleich Anlaß gegeben hat. Denn er äußert sich dahin: »Daß das mittlere Theil / zwischen Stade und Bremen / durch welchen die Kauffleuthe gebräuchlich zu raisen pflegen / rauh / ungebawt / von Sand und Pfützen unfruchtbar unnd mit Heyde besäet seye: Deßwegen man dann dieses Land insgemein einem ausgebreiten Mantel vergleiche / dessen zwei vordere Theil / oder Außfäll / wann man an beeder Flüße / der Elb unnd Weser / Gestad über sich raiset, mit sehr fruchtbaren Aeckern und Waiden / als mit einem Sammet oder Taffet / gezieret / die übrige Breite aber von schlechtem Faden / oder Hanff gewirket seyn.« Diesen Sammt- oder Taftbesatz bildeten demnach, der Stadt Hamburg gegenüber beginnend, am linken Elbufer entlang das ›Alte Land‹, das ›Kehdinger Land‹, dann das ›Land Hadeln‹ um seinen Hauptort ›Otterndorf‹ bis zur nördlichen Spitze der Halbinsel bei Ritzebüttel hin; von hier senkte sich an der Weserseite das ›Land Wursten‹ wieder südwärts hinab. Diese kleinen ›Länder‹ bestanden aus einem etwas mehr oder minder breiten Gürtel äußerst fruchtbaren, nach der Wasserseite durch feste Deiche geschützten Marschbodens; zwischen sich im Innern dagegen hielten sie das große Mantel-Mittelstück aus