Chapter

Erster Band

April – Ragaz – Krone – Graf von Carén –. Man braucht nicht gerade allwissend zu sein, um daraus zu erkennen, daß ich mich zurzeit etwas auf dem Trockenen befinde. Sonst würde ich nicht die tote Saison des Weltbades gewählt haben oder zum wenigsten im»Hof Ragaz«abgestiegen sein. Ein Tagebuch würde ich dann aber ganz gewiß nicht schreiben. Ich thu's, weil man doch etwas zu thun haben muß, und weil meine Trübsalsfanfaren nicht ganz ungehört verklingen sollen. Es ist zwei Uhr nachts, und das Donnern der Tamina dringt herüber. Ich habe soeben eine sehr geistreiche Konfrontation mit meinem Rasierspiegel beendet... Etwas mitgenommen sähen wir aus, Herr Graf, für unsre achtundzwanzig Jahre – aber die kleinen Mädchen haben ja so was immer gern: etwas müder Mund, unter den Augen die interessante Bläue, alles in die fahle Diplomatenblässe getaucht, in der uns nur noch die Kellner der Nachtcafés über sind. Dennoch ist's ein scharfes, nicht mal dummes Gesicht mit – ich bitte um Verzeihung – ausgesprochen gutmütigen braunen Augen. Wenn mein Waschtischspiegel etwas größer wäre und ich nicht zum Aufstehen zu faul, könnte ich noch eine schlanke, elegante Figur konstatieren, auf die in meiner Familie besonders gezüchtet ist. Im Verein mit einem ungefaßten Monocle machte sie mich immer zu einer ganz acceptabeln Erscheinung auf dem Petersburger Parkett. – Ja Petersburg... die Sorgen... der

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