Marguerite Bellanger
Der neuerstandene Kaiser war ein junger, vornehmer Herr. Die verwöhnten Herrschaftsmenschen in Paris fühlten wieder eine goldene Sonne, um die sie in ihren Würden und ihrem Geschmeide sich drehen konnten. Die Straßengänger schrien sich jetzt die Lungen aus, wenn der neue Herr im goldenen Glaskasten mit dem steigenden Sechserzuge in Braun und Golde aus dem riesigen Eisengitter unter die Menge fuhr. Blendendschön schien allen die junge Kaiserin. Von gravitätischer Schöne. Eine Spanierin. Immer geschmeideblitzend. Eine Haartour, die den Hinterkopf hochdehnte wie eine Zwiebel. Pechschwarz. Mit Perlen belegt in zwanzig Runden. Augen große Karfunkel. Sicher wie die eines Engels, der trotz Tiefdunkel nichts zu verbergen hat. Obwohl die heimlichen Feuer ihres südlichen Blutes hitzig waren. Und in den Augen die Ungnade aufbrennen konnte. Sengen konnte, wenn die Kaiserin unter den hohen Würdenmenschen Cercle hielt. Ein einziges Wort töten konnte, wie die Hand einer Bäuerin jäh eine Staubfliege eindrückt. Plötzlich kalt und fern im flammendurchglitzerten Raume ragen konnte, wie nur von Gotte zum Anstaunen und Anbeten hingestellt. Hoffest heute. Der junge Kaiser mit dem stechenden Zwickelbart und dem stechenden Schnurrbartswulste unter der echten Napoleonsnase erschien im dunklen Frack mit hellen Hosen und dem geschmeidigsten Schuhwerk, eng wie das eines Jünglings. War wie ein Courmacher