Vorwort
aus verklungenen Zeiten Quelle & Meyer / Leipzig [1919] Meiner jungen Freundin Cornelia Bruns der Ivo-Tochter der hilfreichen Freundin alles Guten u. Schönen in alter Treue zugeeignet Flucht aus der Gegenwart: ich brauche sie heut'. Vielleicht braucht sie auch noch manch anderer. Die Phantasie aber kann uns helfen; durch sie sind wir »Zeitgenossen aller Zeiten«. Wie lange atmet schon Held Odysseus nicht mehr! Ihn und den alten Rechner Archimedes, Roms Cäsaren, ob gut, ob übel, vor allem ein Paar holde Griechinnen aus der gottseligen Heidenzeit habe ich in diesen Novellen zu beleben versucht; dem grauen Hades hab' ich sie entrissen wie Herkules die Alcestis, auf daß sie noch einmal hassen und lieben, lachen und grollen wie einst und ihrem heißen Temperament gehorchen, dahinwandelnd in Roms Gassen oder auf den wonnigen Inseln des Mittelmeers. Ich setze damit Versuche fort, die ich schon früher mich erkühnte dem Publikum vorzulegen. Laßt den Gelahrten den staubigen Stolz. Nur dem spricht die Geschichte, Wem in Menschenliebe die Seele schmolz. Er erweckt die Toten zum Lichte: das war das Motto der lyrischen Erzählung, die ich vormals schrieb, als ich mich noch unter dem Namen Beatus Rhenanus versteckte. Es ist für mich dasselbe geblieben. Aus Büchern, aus Steinschrift, aus Ton und Erz Schlägt voll uns entgegen das Menschenherz. Möchte sein Schlag Gegenschlag in dem einen und