Chapter

Von des Aldringers Schwester

I. Meister Hörl, der Tafeldecker, hatte schon wieder einmal alle Hände voll zu thun. Aber er war das schon gewohnt und verlor darum nicht den Kopf. Früh Morgens hatte er als kluger Hausvater seine Einläufe gemacht und seine Bestellungen besorgt. In der Küche drehten sich die Bratspieße, brodelten Kessel und Töpfe, glühte der Backofen. Geflügel vom Hof und von der Haide, aus dem wilden Wald und aus dem hölzernen Käfig, — Fleisch aus dem Forst und von der Weide, aus Hürde und Stall, — Fische aus der Donau, aus gehegten Teichen und aus den Bächen des Gebirges verfielen dort dem allgemeinen Lose der Sterblichkeit und wurden von rührigen Händen kunstgerecht für ihr lustiges Leichengepränge hergerichtet, womit sie in ihr lebendiges Grab, den unersättlichen Menschenleib, gebracht werden sollten. Die Meisterin besorgte am Herde mit ihren Mägden diesen wichtigen Theil der Arbeit, welcher des gesamten Geschäftes eigentliche Grundlage war. Nach ihres Eheherrn Anordnungen rüstete sie hier ein Gastgebot für eine große, eine mittlere oder eine kleine Hochzeit, für eine Kindstaufe, — für einen Namenstag in einem bürgerlichen Hause, wo immer die waltende Frau verständig genug war, für die außerordentliche Gelegenheit weder die besondere Mühe noch die ärgerliche Verantwortlichkeit sich aufzubürden, sondern Arbeit und Zeit, und allenfalls sogar noch Geld zu sparen. Dann gab es wieder einen

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