Chapter

Von der Liebe

Zum Frühstück gab es ausgezeichnete Pasteten, Krebse und Hammelkotelette; während man am Tische saß, kam der Koch Nikanor herauf, um zu fragen, was die Gäste zum Mittag wünschten. Der Koch war ein Mann von mittlerem Wuchs, mit aufgedunsenem Gesicht und kleinen Augen. Es war bartlos, sah aber so aus, als ob sein Schnurrbart nicht wegrasiert, sondern ausgerupft wäre. Aljochin erzählte, daß die hübsche Pelageja in diesen Koch verliebt sei. Sie wolle aber den Säufer und Raufbold nicht heiraten, sei jedoch bereit, mit ihm »einfach so« zu leben. Er sei aber sehr religiös, und seine Überzeugungen gestatteten ihm nicht, mit ihr »einfach so« zu leben; er bestehe darauf, daß sie ihn heirate, und wenn er betrunken sei, so beschimpfe er sie und schlage sie sogar. So oft er betrunken sei, flüchte sie hinauf und weine, und in solchen Fällen blieben Aljochin und die Dienstboten stets zu Hause, um sie im Notfalle in Schutz zu nehmen. So kam das Gespräch auf die Liebe. »Wie die Liebe entsteht,« sagte Aljochin, »warum Pelageja sich nicht in einen andern Mann, dessen seelischen und äußeren Eigenschaften besser zu ihr paßten, sondern gerade in Nikanor, diese Schnauze -- man nennt ihn hier überall ›Nikanor die Schnauze‹ -- verliebt hat; inwiefern für die Liebe Gründe des persönlichen Glücks maßgebend sind, -- all das ist unbekannt, und es steht jedem frei, diese Frage in jedem beliebigen Sinne zu

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