Chapter

Meersymphonie

Was hab' ich immer gesagt?! Man muß die Menschen nur von der richtigen Seite packen, dann sind sie für alles Große und Herrliche leicht zu gewinnen. Und doch bin ich überrascht, daß es so schnell und so glänzend gelang. Wer hätt' es für möglich gehalten, daß dieses Neufeld, dieses verrufene »Banausennest« ein Kunstpublikum bekäme? Ich habe hier mit mehreren Freunden einen Kunstverein gegründet, einen Aufruf erlassen, und in Scharen sind die Dürstenden herbeigeströmt. Ich habe ihnen auseinandergesetzt, wie ich mir's denke, und dann gab es eine große Überraschung. Sie wählten mich zum Präsidenten. Ich war ehrlich betroffen. Wie? dachte ich, fordern diese Leute nicht mehr von ihrem Führer? Imponiert ihnen das schon, was ich ihnen bieten konnte? Ich lehnte die Krone ab, nicht ausgerechnet dreimal, wie Cäsar, sondern einmal; denn es war mir Ernst mit der Ablehnung. Aber sie bestanden einstimmig darauf, und da hab' ich angenommen. Mit Zaudern und Bangen freilich. Aber es ist gegangen! Gut ist's gegangen! Was ich mit der Kunst wollte, das war den Leuten neu. Man behandelt die Kunst gewöhnlich wie der Spießbürger seine Frau; auf allen öffentlichen Banketten feiert er sie als »Hort des Idealismus«; aber will er sich's recht wohl sein lassen, dann läßt er sie zu Haus, und zu Haus hat sie höchstens in der Küche was zu sagen. Sitz und Stimme gebühren der Kunst in allen euren

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