Über Verfasser und Inhalt
Über Verfasser und Inhalt. Auch in der schweren Zeit des Weltkrieges soll dem guten deutschen Humor eine bescheidene Stätte gewahrt bleiben: das Bedürfnis nach vorübergehender Entspannung wird sich immer wieder und bei vielen, im Felde und daheim, einstellen; weder ätzende Satire noch gewöhnliche Kalauer sind jetzt angebracht, wohl aber die harmlose Fröhlichkeit, deren Reich sich in diesem Bande von der Wasserkante nach Berlin, an den Rhein und die Donau erstreckt. Viele fühlten sich berufen, aber wenige sind auserwählt, in Reuters Fußstapfen zu treten. Carl Beyer, der Pfarrer a. D., der in Rostock lebt, darf sich zu den wenigen rechnen; obwohl er durchaus nicht immer Dialekt schreibt und in den größeren Werken meist historische Stoffe behandelt — Reuters Geist und Humor steckt in dem Pfarrer, tiefes Gefühl und derbrealistische Darstellung verbinden sich, ihn zum rechten Volksschriftsteller zu erheben. Ein gutes Beispiel bietet die rührendkomische Gestalt des Stanislaus Wetterwetzer aus »Stane und Stine«, trefflich ergänzt durch den derbkomischen Kriegshelden von 1870, Wilhelm Pickhingst, den wir ein gut Stück auf seiner Fahrt nach dem Glücke, d. h. nach dem Eisernen Kreuze, begleiten. Auch ohne verbindenden Text wird sich der Zusammenhang leicht ergeben. — Ilse Frapans »Undeert« aus der Novellensammlung »Zu Wasser und zu Lande« schließt passend an. Die Hamburger Meisterin