Das vierbeinige Geschenk.
Auch ein Tagebuch. Sie besitzt bereits einen ganzen Tierpark, unsere Jüngste, Tiere von Holz, Stein, Leder, Papiermaché und Metall, kurz von allem möglichen Material und in jeder erdenklichen Herstellungsart; endlich aber läßt sich der Drang nach dem Lebendigen nicht mehr zurückhalten, und zur nächsten Weihnacht will sie einen wirklichen Hund haben. Roswitha, welch ein Begehren! Ich habe die Hunde gern, soweit sie vier Beine haben, und soweit sie vier Beine haben, scheinen sie diese Zuneigung auch zu erwidern; diese Tiere haben wie die kleinen Kinder einen Instinkt für das Wohlwollen - aber einen Hund als Hausgenossen-? Mein Weib und ich erheben die ernstlichsten Sauberkeits- und Gesundheitsbedenken. Wir erschöpfen unsere Phantasie in der Ausmalung kolossaler Unannehmlichkeiten und Gefahren, die ein Hund mit sich bringen kann; Roswitha sieht auch alles ein, wie es sich für ein pietätvolles Kind geziemt, und wenn wir sie dann fragen, was sie sich also statt eines Hundes wünsche, dann sagt sie: »'n Hund.« Wir versuchen es anders herum: wir breiten vor ihrer Phantasie die wunderbarsten Dinge aus: Ganze Puppenhäuser mit Wasserleitung und Zentralheizung, prachtvolle Parks mit Springbrunnen und lustwandelnden Paaren, die man aus einer einzigen Schachtel hervorzaubern kann, vollständige Eisenbahnen mit sämtlichen modernen Verkehrserschwerungen, kurz: alles, was ein kindlich Herz