Chapter

Durch die Levante

Ich war allein im Kupee und hatte mich selbstverständlich über alle acht Plätze ausgebreitet; und bis jetzt war es mir gelungen, meine Nächsten von meinem Gebiet fortzuhypnotisieren. Ich wiegte mich in dem uralten Recht des Eroberers; bei Marasesti aber wurde meine Souveränität infam niedergetreten. Während eines zwei Minuten langen Aufenthaltes wälzten zwei eingeborene Diener und zwei Gepäckträger eine Wagenladung von Gepäck ins Kupee. Dann kam der Herr. Groß, dick, schwarzbärtig. Ohne Gruß, mit einer selbstverständlichen Munterkeit nahm er das Kupee in Besitz. Dann kam die Frau. Klein, halb elegant, halb vornehm; Rassennase, große, ausdruckslose Augen, wie bei Frauen, denen das Leben sorglos zu Füßen gelegt worden ist. Und dann ein kleines zehnjähriges Mädchen; blaß und hohlwangig, mit großen, kränklichen Augen, künstlichen Locken, künstlichem Lächeln, künstlicher Stimme. Einziges Kind. Die Hände tief im Muff. Frostig, mit gefütterten Pelzstiefeln über den Schuhen. Nicht nur die Herrschaft wälzte sich auf mich; auch die Dienerschaft ignorierte mich so ausdrücklich, daß es mir klar wurde, daß ich es hier mit großen Leuten aus der Gegend zu tun hatte. Im Handumdrehen hatten sie mich von den acht Plätzen vertrieben. Was sie nicht selbst besetzen konnten, wurde mit Gepäck, Pelzen und Decken belegt. Im letzten Augenblick kamen noch drei Passagiere. Die Mamsell, bescheiden

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