Eine naturhistorische Geschichte
Eine naturhistorische Geschichte Der Luiselwirt hieß wirklich Luiselwirt, und ich bringe es nicht über die Leber, ihn etwa den Franzelwirt oder den Seppelwirt zu nennen; denn es wäre ebenso lächerlich und ehrenrührig, den Luiselwirt anders zu nennen, als wenn man den Bismarck oder den Kolumbus Krauthuber oder Grießschmarren nennen wollte. Historischen Männern muss man unter allen Umständen ihre weltbekannten Namen lassen. Es gab nur einen Bismarck, einen Kolumbus und einen Luiselwirt, und damit basta. Ebenso verhält sich's mit dem Schauplatz unserer Geschichte, welche sich wirklich in des Böhmerwaldes tiefsten Gründen abgespielt hat. Anders verhält sich's aber mit den Namen der Hauptpersonen, welche in dieser wahrhaftigen Geschichte eine Rolle spielen, weil ihrer noch welche leben mögen, oder doch mindestens ihre Nachkommen, und es wäre nicht gut, ihr Inkognito zu lüften. Bezüglich des Zeitpunktes darf ich ohne Weiteres verraten, dass dazumal die Eisenbahnstrecke Pilsen-Bayerische Grenze eben fertiggestellt und dem Verkehr übergeben wurde. Und nun zurück zu unserem unsterblichen Luiselwirt! Dieser hatte in seinen Jugendjahren ein großes Stück Welt kennengelernt, indem er als Glasfrächter bis tief in den Balkan gekommen war, alles per Achse! Damals, als ich ihn kennen zu lernen die Ehre und das Vergnügen hatte, war er ein Sechziger. Er war etwas über Mittelgröße, ein wenig