Chapter

Wintersport

Lange genug hatte Herr Lorenz Surrm, Fleischhauer und Hausbesitzer in Matzleinsdorf, bei seinem hartnäckigen Bestreben, auch die Sonntagsnachmittage fern von der teuren Gattin im gemütlichen Stammkaffeehause tarockierend und billardspielend zu verbringen, an dem abnormen »Winter«-Wetter einen gefälligen Helfershelfer gehabt. Wie oft ihn auch Frau Amalia Surrm unter Hinweis darauf, daß sie »unter der Wochen eh' kan' Mann« habe, zu einer gemeinsamen sonntägigen Spritzfahrt, einem genußreichen Ausfluge zu Zweit überreden wollte, immer verschanzte er sich hinter die abscheulichen, gesundheitsschädlichen Witterungsverhältnisse, die die Stadt, die geschützten Behausungen zu verlassen, einfach verboten. Endlich aber gab er doch seine Besuchskarte ab, der kaum mehr erwartete, schier schon verschollene, wirkliche Winter mit Frost und Schnee. Und ein Sonntag kam, glitzernd und schimmernd wie ein unmittelbarer Abgesandter aus der Eiskönigin Kristallpalast: Keine Spur mehr von Finsternis und Nebelruß, dafür ein stahlblankes Firmament, märchenschön überzuckerte Bäume und schwanenweiß überpelzte Dächer. »Alsdann heunt' wirst do ka' Ausred' net mehr hab'n,« sagte Frau Surrm scheinbar gleichmütig, aber fürchterlich bestimmt. »Alsdann heunt' fahr'n m'r mitsamm' nach Klosterneuburg. Alsdann i wer' das Essen so zeiti' wia mögli' richten. Alsdann um Ans sechsafufz'g geht der Zug!« Herr Lorenz

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