Chapter

Vorwort

Vorwort. So manche Feldblume, weder von anziehender Gestalt, noch würzig anlockendem Geruch, entblüht dem grasigen Raine und entblättert ungesehen, indem der Blumenfreund nur diejenigen, die entweder durch Farbe, Geruch, oder durch das Fremdartige ihren Empfehlungsbrief vorzeigen, in seinen Garten verpflanzt, oder in Blumenscherben pflegt, indeß der fleißige, aufmerksame Gewächskundige sie zur Vervollständigung des Ganzen sorgsam sammelt, trocknet und seinem lebenden Kräuterbuche einverleibt, oder einmal ein heiterer, sorgloser Knabe, dem Lilien, Rosen und andere angenehm duftende, oder durch Gestalt entzückende Blumen mangeln, diesen unbeachteten Kindern Flora’s seine Aufmerksamkeit schenkt, und sie zu einem Kranz windet, um die ernste Stirn des geliebten Vaters damit zum Geburtstage zu schmücken. Nicht weniger lieb wird daher dem Erzeuger diese kleine Mühwaltung erscheinen, als wenn des guten Sohnes Rechte ihm ein murrhinisches Gefäß mit Enna’s duftenden Schatz weihte, indem er dabei gewiß denkt: Daß gesalzenes Mehl diejenigen, denen Weihrauch mangelt, opfern. Eben so würdig einer Aufnahme schienen auch mir gegenwärtige Volkssagen und Denkmale zu seyn, wo von Erstern schon manche verklungen und über Letztere man keine Auskunft zu geben vermag – mögen sie auch immer gelehrte und gescheute Leute für abgeschmackt halten; so betrachtet sie doch ein Anderer, der in ihnen so manche

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