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Vorwort

Die Volks-Sagen, welche hier dem Publikum vorgelegt werden, sind nicht Dichtungen einer neuern Phantasie, die einige Bruchstücke aus der Sittengeschichte des Mittelalters zur Einkleidung eines Romans benutzt, zu dem nur zuweilen eine kleine ächte Volkssage die Grundzüge darbot. Es sind wirkliche Volkssagen, mit Mühe gesammelt, da sie immer seltner und seltner unter dem Volk gehört werden, und so getreu, als es möglich war, nacherzählt. Es sind: örtliche Volkssagen aus dem alten Hartingau, größtentheils aus dem zwölften bis sechszehnten Jahrhundert; die vielleicht für Deutschland eine ähnliche Sammlung von romantisch-historischen Erzählungen vorbereiten könnten, als Le Grand, aus den Ueberlieferungen des 12ten und 13ten Jahrhunderts, für Frankreich geliefert hat, nicht bloß zur Unterhaltung in den Stunden der Muße, sondern auch für den Menschenbeobachter und den philosophischen Geschichtforscher. Die richtige Ansicht und Beurtheilung dieser Volkssagen zu erleichtern, mögen hier noch folgende Bruchstücke als Einleitung stehen. Aechte Volks-Sagen, besonders örtliche, und zweckmäßig geordnet, sind dem Forscher wichtig, weil wir aus ihnen die dunkle Zeitgeschichte, und die frühern Kulturperioden des Volks, in einzelen Charakterzügen, so wie die herrschenden Zeitideen, kennen lernen; in Absicht welcher Zeiträume man kaum gleichzeitige prosaische Geschichtschreiber, im eigentlichen

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