Chapter

Vorwort des Übersetzers

Für mich wie für den Leser bedaure ich, daß dies kein Roman, sondern die treue Übersetzung eines sehr traurigen Berichtes ist, der im Dezember 1585 in Padua aufgeschrieben worden ist. Ich befand mich vor einigen Jahren in Mantua, um Skizzen und kleine Bilder zu suchen, die im Einklang mit meinem beschränkten Vermögen stünden; ich suchte Maler, die vor dem Jahre 1600 gearbeitet hatten, denn etwa um diese Zeit ist die italienische Originalität vollends ausgestorben, die schon durch die Besetzung von Florenz im Jahre 1530 sehr gelitten hatte. An Stelle von Gemälden bot mir ein alter, sehr reicher und geiziger Patrizier alte, von der Zeit vergilbte Manuskripte sehr teuer zum Kauf an; ich bat um die Erlaubnis, sie durchfliegen zu dürfen; er stimmte bei und fügte hinzu, er rechne darin auf meine Anständigkeit, daß ich mich an die pikanten Anekdoten, die ich lesen sollte, nicht erinnern würde, wenn ich die Manuskripte nicht kaufte. Unter dieser Bedingung, die mir paßte, habe ich sehr zum Schaden meiner Augen an dreihundert oder vierhundert Bände durchflogen, worin vor zwei oder drei Jahrhunderten Erzählungen von tragischen Abenteuern angehäuft worden sind, von Herausforderungsschreiben zu Zweikämpfen, Friedensverträgen zwischen vornehmen Nachbarn, Aufzeichnungen über Dinge aller Art usf. Der alte Eigentümer forderte für diese Manuskripte einen ungeheuren Preis. Nach langem Unterreden

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