Vita autoris
Otto Julius Bierbaum erblickte das Licht dieser Welt am 28. Juni 1865 zu Grünberg in Niederschlesien als der Sohn eines eingebornen Konditors und einer sächsischen Bergmannstochter. In der väterlichen Familie waren zwei Berufszweige erblich: Ein süßer: die Zuckerbäckerei, und ein saurer: die protestantische Theologie. Otto Julius hatte aber wohl einen besonders starken Gemütseinschlag von der mütterlichen Familie her (in der einmal, zur Zeit Napoleons, ein französischer Tambour eine Gastrolle gegeben haben soll), und so fand in ihm weder die süße noch die saure Familientradition ihre Fortsetzung. Doch blieb ihm zeit seines Lebens von Abstammung wegen ein ausgesprochener Sinn für bessere Kuchen und Edelmetalle im Blute, ohne daß er ihn indessen immer befriedigen könnte. Dieses Unvermögen kommt aber eben daher, weil er, statt das Süße oder das Saure oder sonst was ordentliches zu lernen, sich von Jugend auf dem Laster des Versemachens und Fabulierens hingegeben hat. Was hat er davon? Ein immer zweifelhaftes Budget und die Ungnade des Literaturaufsehers Bartels in Sulza bei Weimar. O daß doch dieses gewiß gräßliche, aber leider nicht unverdiente Schicksal abschreckend auf alle unerfahrenen Jünglinge und Jungfrauen wirken möchte, die in dem Wahne leben, das Dichten sei eine einträgliche Beschäftigung und mache wohlgelitten bei ernsten Kunstwärtern und gelehrten