I. Zweiter Aufenthalt zu Neapel
I. Zweiter Aufenthalt zu Neapel. – Ende der Frankfurter freireichsstädtischen Herrlichkeit. – Ich werde von der Terzana befallen. – Das Einstürzen der Häuser in Neapel. – Madame Gasqui. – Ein Vexiermarsch nach Capua. – Großes Avancement im Regiment. – Die Vicaria und ihre Höllenkerker. – Marietta und Teresina. – Neapolitanisches Volksleben unter freiem Himmel. – Hazardspiele und Liebhabertheater. – Die hübsche Apothekersfrau. – Das Aqua Tofana. Den Tag nach unserer Ankunft suchte ich Vetter Moritz auf, der mehrere Briefe von meinen Eltern und Verwandten an mich hatte, die schon längere Zeit angekommen waren, welche er mir aber nicht hatte nachschicken können, da man nie genau wußte, in welcher Gegend Kalabriens wir uns befanden. In einem derselben schrieb mir mein Vater aus Frankfurt: ‚Mit unserer republikanischen und freireichsstädtischen Herrlichkeit hat es ein trauriges Ende genommen, Napoleon hat ein Großherzogtum Frankfurt geschaffen, von dem unsere Stadt die Hauptstadt ward, und Karl von Dalberg ist unter der Benennung: Fürst Primas, unser Großherzog. Das Schlimmste bei der Sache ist, daß alle bedeutenden Ämter und Stellen jetzt von Ausländern besetzt werden und man die Frankfurter, namentlich auch die Senatoren, ihre Familien und Verwandten, fast unberücksichtigt hintenansetzt und so weiter.‘ Was mein guter Vater als das Schlimmste bezeichnete, war eigentlich das Beste