Chapter

Vier Könige - Arabesken

Es war einmal in einer Nacht, da träumte mir von kühn gewölbten Hallen, von großen schattigen Sälen, mit buntem Marmor gepflastert, gothischen Bogenfenstern, welche den Anblick auf eine himmlische Gegend gewährten, und deren herrliche Glasmalereien die sinkende Abendsonne gegen die Wand wiederstrahlte; eine wundervolle Tapete. Ach, und mir träumte von losem Epheu, welches gegen die bunten Fenster leise, leise anschlug, und dabei lispelte mir ein sanfter Wind wohlbekannte süße Namen und brachte mir mit leiser Stimme Botschaften von einem kleinen Platze, auf welchem viele weiße Kreuze standen. Das Alles träumte mir in einer dumpfigen Kasernenstube, wo ich der Zwölfte in einer Ecke lag und schlief. Ich erwachte, setzte mich an die kleinen vergitterten Fenster der Stube, welche eine Aussicht in den umschlossenen Hof gewährten, und blickte in die ruhige Nacht hinaus. Was war mir von meinem schönen Traume geblieben? Schon der Knabe träumte von weiten Hallen, einem lustigen, freudenvollen Leben; aber träumte auch nur. Die Hallen schrumpften zusammen zu engen, kleinen Stuben, und das lustige Leben ward ein tief ausgefahrener Hohlweg, dessen Krümmungen, durch steile Seitenwege eingeengt, ich ruhig folgen mußte. – Ich sah den Mond, der sich durch eine Häuserlücke auf den Hof geschlichen und, sich da unbemerkt glaubend, an eine Kanone gelehnt hatte; – eine rührende Anhänglichkeit von dem

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