Vor dem Tode
VOR DEM TODE TRAUERSPIEL IN NEUN SZENEN ES TRETEN AUF: HERR DURAND, Besitzer eines hotels ADELE \ THERESE > seine Töchter ANNETTEJ HERR ANTONIO, ein offizier PIERRE, EIN HOTELDIENER VOR DEM TODE Ein Speisesaal mit langem Tisch. Durch die offene Tür des Hintergrundes sieht man, über die Zypressenwipfel eines Kirchhofs hinweg, den Genfer See mit den Savoyer Alpen und dem französischen Badeort Evian. Links Tür zur Küche; rechts Tür zur Wohnung. Erste Szene HERR DURAND sieht durch ein Fernglas zum See hinaus. ADELE in Schürze, mit aufgekrempelten Ärmeln, von der Küche herein. Sie trägt ein Kaffeebrett: Hast Du die Brötchen zum Kaffee noch nicht geholt, Vater? DURAND: Nein, ich schickte heute Pierre. Mir wird das Atmen so schwer in den letzten Tagen, . . . ich kann den steilen Berg nicht hinaufkommen. ADELE: Wieder Pierre! 3 Sous kostet das! Wo die hernehmen, wenn man seit zwei Monaten nur einen Gast in Pension hat! DURAND: Ganz recht. Eigentlich hätte Annette die Brötchen holen können. ADELE: Das würde den Ruf unseres Hauses gänzlich untergraben . . . Was anderes hast Du ja nie getan! DURAND: Auch Du nicht, Adele! AßELE: Ich bin auch müde geworden, . . . aber ich hielt am längsten aus! DURAND: Gewiß! Du warst auch wenigstens noch ein bißchen menschlich, wenn Therese und Annette mich quälten. Du und ich, wir hatten zu schuften, seit Mutter starb. Du warst in der Küche das