Einleitung
Der hier neugedruckte Aufsatz aus Arthur Schopenhauers »Parerga und Paralipomena« (1851) berührt ein Gebiet, für das man gemeinhin den etwas anrüchigen Titel » Okkultismus« zu benutzen pflegt ein brauchbarerer Sammelname ist bisher nicht in Vorschlag gebracht worden. Wir verstehen darunter die wissenschaftlich gemeinte Beobachtung und Beschreibung einer Reihe von Phänomenen, sowie auch einen Zusammenhang darauf aufgebauter Schlussfolgerungen, die beide innerhalb eines verstandesgemässen und durch die Gewohnheit bestätigten natürlichen Weltbildes, wie es durch die Gesetze von Raum, Zeit, Kausalität usw. bedingt ist, mindestens zunächst als wunderbar und dunkel anmuten und die daher wiederum mindestens auf den ersten Blick als unberechenbare Wirkungen einer übernatürlichen Macht genommen zu werden pflegen. Jedenfalls erscheint diese Macht bei allen solchen Vorgängen als eine unkörperliche, seelisch-geistige, die aber auf ein Körperliches wirkt oder doch innerhalb von körperlichen Bedingungen wirksam wird; sie scheint also grossenteils auf das Gebiet der psychophysischen Wechselwirkung hinzudeuten, von der sie aber gleichsam nur abnorme Fälle darstellt. Die Typik dieser Fälle zerfällt in solche, die mehr äusserlich greifbar, erfahrbar im Sinne naturwissenschaftlicher Beobachtung sein sollen (etwa seelische und körperliche Fernwirkung, sog. Materialisationen, Geistererscheinungen,