Chapter

Verschüttete Milch

Das Leben, das heilige Leben, der hohe Herr, den die Unwissenden Gott nennen, erhob das Haupt und preßte den Nacken gegen die Rückenlehne seines Thrones. Dabei streifte sein Blick eine Gestalt, eine hagre und herrische Gestalt, die auf einem Stuhl am Fenster saß und mit der knochigen Rechten einem Hund übers Fell strich. Als dieser Mann den Blick seines Herrn auf sich ruhen fühlte, erhob er sich hastig, schob den Hund beiseite, beugte sich zum lautlos ausgehenden Fenster hinaus und pfiff durch die Zähne. Unter dem Fenster lag ein kleiner Hof. Durch das offene Tor, das auf die breite Landstraße hinausführte, warf die Sonne ihre letzten Strahlen. In der Tiefe des Hofes standen in welliger Reihe dreißig gesattelte Pferde, denen der Schaum grasgrün von den klirrenden Trensen troff. Vor jedem Pferd aber hockte am Boden ein Mann in weißem Rock, und als ihnen nun der hagre Alte vom Fenster aus zupfiff, sprangen die weißen Männer empor und bestiegen die Gäule. Die Tauben stotterten auf, zogen einen Kreis über dem Hof und flogen davon, der Haufe aber jagte dröhnend zum Tor hinaus. An jedem Sattelknopf funkelte eine Trompete, und an jeder Trompete baumelte eine Quaste in der weißen Farbe des Todes. Und als der Mond seine halbe Runde beendet hatte, trompetete ein Reiter an der Bucht von Sligo, und ein Reiter am Aransund, und einer bei Ballycroneen, und von Arklow, Drogheda und Downpatrick

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