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Erstes Buch: Lübeck und Carolath

Nach dumpfer Schwüle Was mir so frisch Mit unsichtbarem Fittig Die Stirne rührt, Bist du's endlich Himmelstochter Genesung? Leise sinkt's wie Gewölk Zerrinnender Nebel Mir von den Sinnen; Klarer, tiefer Dünkt mich der Himmel, Der Quellen Wogen Rührt wie ferne Musik Mein erwachend Ohr, Und von den Wipfeln Der schwarzen Tannen Auf mich hernieder Dämmern Gedanken. Ach, noch kann ich dich nicht Fassen, o Muse; Noch versagst du Dem irrenden Finger Dein Saitenspiel; Aber schon spür' ich In ahnender Seele Dein tröstlich Nahen, Im Windesodem Flattert dein Hauch schon; Und seh' ich fern durch die Stämme Auf Waldeswiesen Des Sonnenstrals Bewegtes Spielen, So ist mir's oft, Es sei das Wallen Deines weißen Gewandes. Es ruht auf klarem Perlenthrone Die Meerfei im Krystallpallast, Der Feuergeist mit güldner Krone Durchschweift die Lüfte sonder Rast; Sie meiden sich mit finsterm Grollen, Sie stören, was des andern ist; So lang des Erdballs Achsen rollen, Währt unversöhnt ihr grimmer Zwist. Da fängt in erzgetriebnen Schranken Der Mensch, der Schöpfung Herr, die zwei, Daß dienstbar seines Haupts Gedanken Ihr ungestümes Walten sei; Er bändigt ihren Grimm gelassen, Er gibt dem dumpfen Trieb das Ziel; In's Brautbett zwingt er, die sich hassen, Zu unerhörtem Minnespiel. Und sieh, aus ihrem dunkeln Bunde, Aus Lieb' und Abscheu, Brunst und Kampf Erwächst in mitternächt'ger Stunde Das starke

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