Erstes Capitel. Bilderhandel
Wer hätte in einer solchen Zeit, wie diese, in London bleiben mögen, wenn er nicht durch die eiserne Hand der Verhältnisse zurückgehalten wurde. Wer hätte in dem ungeheuren Steinlabyrinth verweilen mögen, ausgenommen die Armen, die eine Niete in der Lotterie des Lebens gezogen, die den ewigen unveränderlichen Kampf um das tägliche Brod zu kämpfen haben? Mitten unter den vielen Ringern um diesen ärmlichen Preis, mitten unter den Unglücklichen, die um das tägliche Brod kämpfen, wie reichere Menschen sich um Titel und Ländereien, um Ehre und Ruf, um die Gunst eines Königs, oder um die Bewunderung einer Nation bemühen, mitten unter den zahllosen Geschöpfen der Erde, die einander nur das elende Vorrecht eines freudlosen Lebens streitig machen, trabte ein junger Mann, der etwas in einem grünen Tuche unter dem Arme trug, an diesem heißen Augustnachmittag durch die Straßen von London. Er war hübsch und trotz seines sehr abgetragenen ärmlichen Anzugs ließ sich nicht ganz verkennen, daß er den besseren Ständen angehörte. Aber in diesem blassen olivenfarbigen Gesicht, in den düstern Tiefen dieser dunkelgrauen Augen lag etwas, was nicht angenehm anzusehen war. Dieses Etwas war Verzweiflung. Verzweiflung war so deutlich aus dem Gesichte des Mannes ausgeprägt, als wären die Buchstaben, aus denen das Wort besteht, mit einem glühenden Eisen aus seiner Stirne eingebrannt gewesen. Trotz und