Erster Teil
»Da ist endlich Kiew,« rief ein junger Mann, Joseph Schwarz, während er in die alte Stadt einfuhr. Nachdem man ihn am Schlagbaum vor der Stadt aufgeweckt hatte, befand er sich plötzlich inmitten städtischer Gebäude, und sein Herz schlug freudig. Er war noch jung und lebenslustig, und deshalb atmete er mit großem Vergnügen die Stadtluft ein und wiederholte lächelnd: »Da ist Kiew.« Der Wagen des jüdischen Fuhrmanns klapperte leicht auf dem unebenen Pflaster hin, das ihn jeden Augenblick in die Höhe warf. Schwarz war es überdrüssig geworden, in dem Wagen zu sitzen, der mit Leinewand überspannt war. Deshalb stieg er aus und befahl dem Fuhrmann, ihm im Schritt in das nächste Gasthaus nachzufahren. Dann ging er zu Fuß voran. Wie gewöhnlich in großen Städten gingen die Bewohner eilig ihren Geschäften nach, vorüber an den Läden mit reichgefüllten Schaufenstern; Equipagen, Droschken fuhren die Straßen entlang; Kaufleute, Generale, Soldaten, arme und reiche Menschen und Beamte eilten in wechselnder Folge an ihm vorüber. Es war ein Werktag, und darum hatte die Stadt ein geschäftiges Aussehen und einen besonderen örtlichen Charakter. Jeder Vorübergehende ging bedachtsam und ernsthaft seines Wegs, niemand verschwendete Worte. Der Kaufmann war mit seinem Handel beschäftigt, die Polizei sorgte für die Ordnung. Alle strebten nach ihren besonderen Zielen, alles atmete Leben und dachte an den