Chapter

Venusmärchen

Was ich als Kind einst von der alten Muhme In märchengrauer Dämmerstund' erlauscht, Was sonnenhell mir Wind und Wald gerauscht, Was mir geduftet hat die stille Blume, Das wuchs in mir zu einem Heiligtume. – Da kam das Leben, wichtig aufgebauscht, Und hätt' vernünftig thuend gern vertauscht Das Märchen mir – zu ernstem Wissens-Ruhme. Doch lächelnd ging das Flüchtige vor mir her Und zeigte mir den Weg aus Tages Enge Und hob empor mich aus der Welt Gedränge – Der Märchen-Weisheit ewige Wiederkehr, Die lehrt' es mich. – Nun nimmt es seinen Lauf Mild siegend weiter: Nehmt es bei euch auf! – Venus und Madonna. Dunkel wölbt sich der Himmel über der Erde, und die Sterne grüßen einander und winken – das ist das Flimmern – fassen einander bei den Händen und tanzen einen feierlichen Reigen über die unermeßlichen Himmelsbahnen, und »Seht, wie klar die Milchstraße heute Abend ist!« sagen sie auf der Erde. – Da löst sich ein großer, glänzender Stern vom Firmament, der hat funkelnd im kalten Norden gestanden, zieht seine leuchtende Bahn über den dunkeln Nachthimmel hinweg und fällt zur Erde nieder. – Da löst sich ein anderer, ein flimmernder, unruhiger Stern vom Firmament, der hat blitzend im Süden gestanden, zieht seine schimmernde Bahn über den dunkeln Nachthimmel und fällt zur Erde nieder. – Und die beiden schönen Sterne fallen auf die große, weite Erde, in einen Wald voll mächtiger Bäume,

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.