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Neunzehntes Buch. Denkungsart der Araber und Perser über Geschlechtsverbindung und Liebe.

Die Ideen der Orientaler über Liebe und Geschlechtsverbindung können mich nur in so fern interessieren, als sie von einer gewissen Bildung des Herzens und des Geistes zeugen, die wieder auf die Bildung des Ideenkreises, worin wir leben, Einfluß gehabt haben kann. Dieß ist der Gesichtspunkt, den ich gleich zu Anfang dieser Geschichte der Liebe und der Geschlechtssympathie angegeben habe, und den ich auch hier nicht verlasse. Wie die rohen Völker am Caucasus über ihr Verhältniß zu dem zärteren Geschlechte gedacht haben mögen; oder welche Begriffe der Bramine und der Mandarin in Indien und China darüber gehabt haben können; das sind für mich Gegenstände einer unfruchtbaren Neugierde. Ich verfolge die Schicksale der Kultur unserer Begriffe über den wichtigen Theil der Sitten, dem dieses Buch gewidmet ist. Nach diesen Grundsätzen gehe ich bloß auf dasjenige ein, was die Araber und Perser über Geschlechtsverbindung und Liebe gedacht haben. Diesen beyden Völkern legt man einen großen Einfluß auf die Kultur des Abendlandes überhaupt, und besonders auf diejenige Sitte bey, welche wir unter dem Nahmen der Galanterie im nächsten Buche kennen lernen werden. In wie fern dieser Einfluß anzunehmen, und wohin er zu beschränken sey, das muß vorzüglich aus derjenigen Untersuchung erhellen, die wir jetzt anstellen wollen. Es ist nicht von mir zu erwarten, daß ich die Arabische und Persische

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