Vendetta
Im Jahre 1800, gegen Ende Oktober, erschien ein Fremder in Begleitung einer Frau und eines kleinen Mädchens vor den Tuilerien in Paris und verweilte ziemlich lange Zeit vor den Trümmern eines eben niedergelegten Hauses an der Stelle, wo sich heute der neu begonnene Flügel erhebt, der das Schloß Katharinas von Medici mit dem Louvre der Valois verbinden soll. Er stand aufrecht mit gekreuzten Armen da, das Haupt geneigt, das er nur manchmal erhob, um das Palais des ersten Konsuls und seine Frau zu betrachten, die neben ihm auf einem Steine saß. Obwohl die Unbekannte sich nur mit dem kleinen, neun bis zehn Jahre alten Mädchen zu beschäftigen schien, mit dessen schwarzen Haaren ihre Hände spielten, verlor sie doch keinen der Blicke, die ihr ihr Genosse zuwarf; ein gleiches Empfinden, das aber etwas anderes als Liebe war, beseelte die beiden Wesen und drückte ihren Bewegungen und ihren Gedanken den gleichen Stempel der Beunruhigung auf. Das Elend ist vielleicht von allen das festeste Band. Der Fremde hatte ein breites, ernstes Haupt mit übermäßig üppigem Haarwuchs, wie man ihn oft auf den Bildern der Carraci sieht. Diese tiefschwarzen Haare waren mit einer großen Menge weißer durchsetzt. Die wenn auch edlen und stolzen Züge hatten einen Zug von Härte, der sie entstellte. Trotz seiner Kraft und seines geraden Wuchses schien er schon älter als sechzig zu sein. Seine getragenen Kleider