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Ein neues Haus und ein alter Wurm.

Es war fast Abend, der westliche Himmel begann zu glühen, als der Meister den letzten hölzernen Nagel mit gewaltigem Schlage befestigte – das neue Haus war aufgerichtet. Schlank und zierlich, wie ein leichtes Netzwerk, stiegen die Balken zum Himmel, und doch standen sie schwer und fest, gerüstet zum trotzigen Widerstand gegen Wetter und Sturm. Die künftige Gestalt des Hauses war erkennbar, aber das kunstvolle Gefüge wohnlicher Räume, welches die äußere Form künftig umschließen sollte, konnte nur das Auge des schaffenden Meisters aus dem Gewirr der Balken herausfinden. Ein ernstes Sinnbild! – Ist für unsere Erkenntnis das menschliche Leben mehr als solch ein offener Bau? – Daran dachte freilich die Schreinersfamilie, für die der Bau gerichtet ward, wohl nicht; andre, nicht minder ernste Gedanken mochten sie bewegen; denn der Schreinersfrieder nahm seine Mütze ab und faltete die Hände, die Schreinersannelies weinte heftig, und Johannes, ihr einziger Sohn, blickte sinnend vor sich nieder. Wie Ameisen kletterten unterdes die Gesellen im Gebälk umher, errichteten auf dem höchsten Speicher eine Bühne und sammelten sich dort um den Meister. Im langen Kirchenrock, um den hohen Hut ein buntes Seidentuch gebunden, trat der jüngste Geselle aus ihrer Mitte, befestigte auf der Spitze der beiden äußersten Giebelsparren einen grünen, mit wallenden Tüchern und Bändern geschmückten Tannenbusch

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