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Vater und Sohn im Examen

Die Schulkinder von Lachweiler sitzen heute steif in ihren verkerbten Bänken und blicken mit ängstlicher Ungeduld bald zur Türe, bald zum Lehrer am Pult. Philipp Korn selber, ein Mann, der heute den vierzigsten Geburtstag seines staubigen, mit Papier verklebten und mit so viel Tinte verklecksten Lebens feiert, Philipp Korn wartet mit einer gewissen unruhigen und bekümmerten Festlichkeit auf das Erscheinen der Examenherren. Heute liegen seine Hosen straff, sie glänzen von Sauberkeit, ja, sie zeigen jene scharfe Falte vorne, die nur neue, eben aus dem Warengeschäft geholte Hosen zeigen. Seine Rockärmel sind an den Ellbogen nicht verschlissen und fadenscheinig wie an gewöhnlichen Schultagen, und die Krawatte fasert nicht; sondern es ist der feiertägliche Frack, den er trägt, und die weisse Seidenkrawatte, welche nur zu Ostern und am Bezirksfest, als Philipp eine Bankettrede auf das Vaterland der Pädagogen hatte halten müssen, aus dem seidenpapiernen Umschlag gewickelt und hernach gleich wieder sorglich von der Lehrerin eingepackt wurde. Jedes Stäubchen hatte Frau Monika Korn von ihrem Mann gebürstet. Rein steht er da wie ein Mensch, der soeben frisch aus der Hand Gottes hervorgegangen ist. Über der hohen, weissen Stirne hat er das spärlich braune Haar in der Mitte gescheitelt und bedächtig nach beiden Seiten über die kahlen Stellen gekämmt. Einst trug er einen vollen Schopf. Aber

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