Chapter

1. ›Kleine Sonne‹

Die Tage vergingen, nutzlos, der eine wie der andere. Jeden Morgen fragte ich mich selbst: warum stehst du eigentlich auf? Stundenlang konnte ich untätig dasitzen, den Kopf in meinen Händen, durch die Fensterluke über die blaue Lagune stierend, ohne Gedanken, ohne Willen. Toko blickte mich verstohlen an und grübelte darüber, was er mit mir anfangen sollte. Er machte sich hin und wieder einen Weg zur Stadt, um mir Neuigkeiten zu berichten und seufzte tief, wenn ich ihm nicht antwortete. Ich nahm meine Büchse, die ich lange nicht in der Hand gehabt hatte, und schlenderte hinaus. Ich kam an Matofas Haus vorbei und sah einen Schimmer von seinen Zwillingen, die sich auf dem weißen Korallensand tummelten. So groß waren sie also schon, daß sie allein herumlaufen konnten. – Ich erinnerte mich des Tages, als sie auf den Stein im Wasser hinausgekrochen waren; sie hatten sich von dem Band, mit dem sie am Fußgelenk festgebunden waren, befreit. Die Lagune war voll von Booten – der Ausguck hatte am Morgen den Tatloischwarm gemeldet – alle Boote waren draußen, um dem Schwarm den Rückweg abzuschneiden, und die Kinder wollten zu ihren Eltern hinaus. Da sah ich eine Frau vom Waldsaum her angelaufen kommen, als gälte es das Leben. Im Fernrohr sah ich, daß es Lea, Talaos unglückliche Tochter war, die, weil sie kinderlos blieb, eine ›freudlose Witwe‹Über Lea und ihr Schicksal ist in ›Der freudlosen

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