Erstes Kapitel
Wenn man von Paris her Nemours naht, kommt man am Kanal des Loing vorbei, dessen Uferböschungen dieser kleinen Stadt zugleich Feldhügel und malerische Spazierwege darbieten. Seit 1830 hat man leider diesseits der Brücke mehrere Häuser errichtet. Sollte diese Art von Vorstadt anwachsen, so würde das Gepräge der Stadt dadurch seine anmutige Eigenart einbüßen. Doch 1829, als die Ränder der Landstraße noch frei waren, konnte der Posthalter, ein großer, dicker Mann von ungefähr sechzig Jahren, als er auf dem höchsten Punkt der Brücke saß, eines schönen Morgens vollständig das überschauen, was in der Sprache seines Berufes der Landstraßenschwanz genannt wird. Der Septembermond entfaltete seine Pracht, über Pflanzen und Steinen flimmerte die Atmosphäre, kein Wölkchen trübte das klare Ätherblau, das selbst am Horizont die außerordentliche Reinheit des Luftgehaltes anzeigte, so daß Minoret-Levrault, so hieß der Posthalter, genötigt war, um nicht geblendet zu werden, die Hand über die Augen zu halten. Wie jemand, der keine Geduld hat zu warten, betrachtete er bald die reizenden Wiesen, die sich zur Rechten der Landstraße breiteten und auf denen seine Grummeternte heranwuchs, bald den bewaldeten Hügelrücken, der sich links von Nemours gegen Bouron hinzieht. Er vernahm in dem Tal des Loing, wo die Hügel die Geräusche der Landstraße wiedergaben, den Galopp seiner eigenen Pferde und den