Chapter

Unteroffizier Madchen

Uber Ostpreussen, das von den Russen hart bedrangte Ostpreussen, spannte sich ein wolkenbedeckter, dusterer Nachthimmel aus. Ein hohler Wind, der bereits hie und da die Baume der von Konigsberg nach Tapiau fuhrenden Chaussee entblattern half, kam uber die Felder daher, diese Felder, die zum Teil noch unabgeerntet waren und in diesem Jahr die Scharen fleissiger Arbeiter vorlaufig entbehren mussten. Endlose Kartoffelacker waren's, an denen jetzt die Vorhut des Reservenbataillons des xten Grenadierregiments auf der eben erwahnten Chaussee vorubermarschierte. Ein Zug, gefuhrt von einem jungen Leutnant, bildete die Spitze. Nur im Flusterton tauschten die Mannschaften hie und da eine Bemerkung aus. Lautes Sprechen, jeder unnotige Larm war streng verboten worden. Neben dem Leutnant, der einige funfzehn Schritt vor seinen Leuten in flottem Tempo dahinging, war die schmachtige Figur eines Unteroffiziers zu sehen. Soeben hatte der Zugfuhrer diesen seinen Untergebenen, der im Zivilberuf Student der Philosophie war, mitfuhlend gefragt: "Nun, Helmer, druckt der Tornister heute wieder so arg?" Und der Unteroffizier der Reservat, den die Leute wegen seines zarten, bartlosen Gesicht Unteroffizier 'Madchen' getauft hatten, erwiderte jetzt gepresst: "Es geht, Herr Leutnant!" Aber seine unsicheren Schritte, sein haufiges Stolpern bewiesen, dass Heinz Helmers Krafte den Anstrengungen dieses

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