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Zwei Christbäume in Rom

An einem späten Nachmittag spazierte ich glückselig durch das alte, geduldige Rom. Denn es war just am Vorabend von Weihnachten und viele Jahre vor dem großen Krieg. Damals lag Rom noch so wundervoll braun mit einem Stich ins Graugrüne da, wie nur die Legende oder ein durch alle Feuer gehärteter und gewitzigter Held braun und erdenfest aussieht. Und Rom atmete noch jene unendliche Gelassenheit, durch die es sich von allen wichtigen Städten der Welt unterschied und die so ergreifend auf diejenigen wirkt, die seine Geschichte kennen. Gerade war ich vom Aventin gestiegen, von wo aus ich die Urbs am liebsten betrachte. Ach, mit welch großartigem Phlegma lagerte die Stadt an den Schlingen des Tibers und ertrug die Axthiebe von fast drei Jahrtausenden, ohne merklich zu zittern oder ihre Gebärde zu ändern. Wie merkte ich ihr noch die Beharrlichkeit des antiken Senats, das überlegene Zaudern des Fabius und den Stolz des Pompeius an. Noch mehr, ich spürte die Geduld ihrer dreihundert Katakombenjahre, ihr dutzendmaliges Bücken vor einer Tagesgröße und ihr dutzendmaliges Über-die-Leiche-Wegschreiten, das unverwüstliche Wartenkönnen der Päpste, das Umworbensein und Körbeausteilen und das Genughaben an sich und an seiner schönen Langeweile. Durch dieses alte Rom also spazierte ich in einer milden Nachmittagsluft und in jener weichen Stimmung, die uns Nordländer um die Zeit der Krippe

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