Unter Herbststernen
Spiegelblank dehnte sich gestern das Meer, und auch heute breitet es sich spiegelblank aus. Indian Summer und Wärme liegen über der Insel – oh, wie warm und mild es ist! – aber es scheint keine Sonne. Viele Jahre sind vergangen, seit ich solchen Frieden um mich fühlte, vielleicht zwanzig oder dreißig Jahre, vielleicht war es in einem früheren Leben. Und doch muß ich schon einmal diesen Frieden verspürt haben, da ich nun hier umhergehe und summe und entzückt bin und mich um jeden Stein und jeden Halm kümmere, und diese wieder sich um mich zu kümmern scheinen. Wir kennen uns. Wenn ich auf dem überwucherten Weg in den Wald hineinschreite, bebt mein Herz in einer unirdischen Freude. Ich werde an einen bestimmten Platz an der Ostküste des Kaspischen Meeres erinnert, wo ich einmal gestanden habe. Dort war es wie hier, und die See lag still und schwer und stahlgrau da wie jetzt. Ich ging durch den Wald, wurde zu Tränen gerührt und war hingerissen und sagte immerfort: Gott im Himmel, daß ich wieder hierher kommen sollte! Als sei ich schon einmal früher dort gewesen. Aber vielleicht bin ich einmal aus einer anderen Zeit und aus einem anderen Land, wo der Wald und die Wege die gleichen waren, dorthin gekommen. Vielleicht war ich eine Blume im Wald, oder ein Käfer, der auf einer Akazie saß und daheim war. Und jetzt bin ich hierher gekommen. Vielleicht habe ich den langen Weg als Vogel