1. Kapitel. Auf gefährlichen Pfaden
Am westlichen Horizont stand eine dunkle Wolkenwand. Es konnte nicht mehr langte dauern, dann mußte sie die strahlende Sonne verschlungen haben. Eine drückende Schwüle lag in der Luft, die den Schweiß aus allen Poren trieb. Der kleine, dicke Mann, der sich dort mit einem kräftigen Maulesel abquälte, dem er die Eigenschaften eines guten Reittieres „einbleuen“ wollte, schwitzte denn auch in geradezu beängstigender Weise. Dieser kleine Dicke, dem unter der einst weiß gewesenen Schirmmütze ein Kranz brandroter Haare hervorlugte, hob eben wieder den Stock und versetzte dem vierbeinigen Träger einen gehörigen Jagdhieb. Doch der Maulesel, der noch vor drei Wochen frei und ungezähmt die Einöden Arabiens durchstreift hatte, rächte sich sofort, machte ganz unerwartet einen Satz nach vorwärts, und … der Dicke schoß wie ein Tuchballen in den weichen Sand. Ein lautes Gelächter aus den Kehlen seiner beiden Gefährten stachelte ihn zu höchster Wut an. „Ihr – Ihr habt gut lachen, Ihr herzlosen Kerle, die Ihr seid! Wer so lange Beine hat wie Ihr, kann sich leicht auf so einer infamen Bestie festklemmen! Aber ich … ich …!“ „Lieber Knirps“, meinte der Ingenieur Fritz Tümmler gutmütig „– verzeih’ schon! Doch – wenn Du so von Deinem edlen Renner herabsaust, – das ist wirklich ein zu komischer Anblick! Im übrigen kann ich Dir nur raten, Dein Reittier etwas liebevoller zu behandele. So, wie Du es