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Krieg!

Krieg! – Ein Weltkrieg! – Wer hatte dies Wort geprägt? Dies Wort, das so ungeheuerlich, so furchtbar ist, daß es vordem fast nur von alten Kaffeebasen und von Wahrsagerinnen in den Mund genommen wurde. Die hatten ja schon immer gesagt: So und so – und wer das Jahr 1920 erleben will, der muß einen eisernen Kopf haben – denn da kommt der Weltkrieg. Aber das glaubten nur die wenigsten im Volk; – ja – es gab so manchen, der trotz dieser seit Jahren wirklich drohenden Gefahr über solchen vermeintlichen Unsinn lachte. Zwar hatte heuer im Juni da drunten in Serajewo ein Serbe sich am Leben des österreichischen Thronfolgerpaares vergriffen. Doch das war in Bosnien geschehen, und in Bayern regte man sich nicht lange darüber auf. Man verdammte den elenden Mordbuben, bedauerte aufrichtig die Unglücklichen, die seinem Anschlag zum Opfer gefallen waren, und hatte ein herzliches Mitleid mit den verwaisten Kindern und dem hartgeprüften alten Kaiser Franz Josef. Man erwartete Sühne, – aber nur einzelne dachten an die möglichen Folgen und schüttelten bedenklich den Kopf. Und dann kam es. Mitten in den großen Fremdentrubel – mitten in das wohlig-gemütliche Ausruhen und sommerliche Rasten vieler Tausender schlug die Botschaft wie eine Bombe ein: Österreich fordert Sühne! – Österreich hat an Serbien ein Ultimatum gestellt! – Stunden beklemmender Spannung folgten. Was wird Serbien tun? – Am

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