Chapter

Unser Haus

Öffne noch einmal deine Pforten, du altes, liebes Haus, und laß mich eintreten in den Garten meiner Kindheit … Noch immer blüht zur Junizeit in deinem Hofe der Kastanienbaum, den Portier Staegemann heute vor mehr als dreißig Jahren mit eigenen Händen pflanzte … Noch immer glitzert in den gewölbten Spiegelscheiben deiner Fensterfront die liebe Sonne … Noch immer steht schwer und wuchtig dein altes eichenes Tor da, in dem der Erbauer mit schuldiger Ehrfurcht seine großen künstlerischen Ahnherren, die Meister Schinkel und Schlüter versinnbildlichte … Ihr Schatten der Vergangenheit, werdet lebendig – seid Schirmherren diesem Buche, das ich in die Hände der Geschwister und Gespielen lege … Huscht durch diese Blätter … aber stört mir meine Toten nicht auf. Mein Buch will die Lebenden noch einmal in den Garten ihrer Jugend führen, die so weit – so weit – überein Menschenalter hinter ihnen liegt. And wenn ein Duft eurer Kindheit aus diesen Seiten zu euch steigt, so will ich mich des Buches nicht schämen … Hört mir mit guten Ohren zu! Mein Vater war ein Mann, der sich in das Leben gestellt sah – nicht um persönlichen Wünschen und persönlichem Ehrgeiz zu dienen, sondern um sein Haus auszubauen, was für ihn so viel bedeutete, als seinen Kindern, die er in die Welt gesetzt, die Erziehung zu geben, zu der ihre Anlagen drängten. Er war ein Hausvater, wie er im Buche steht. Von einer

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