Chapter

Kindheit in Raiding

Er wachte darüber auf, daß unter den Fenstern die eintönigen, brummelnden Stimmen zweier Erwachsener erklangen. Eine Weile noch lag er unbeweglich. Zunächst hatte er nicht gewußt, ob er noch träumte oder ob er schon wach sei. Aber das gleichmäßige Ticktack der Wanduhr, die gewohnte Alltäglichkeit der Möbel und Einrichtungsgegenstände des Zimmers überzeugten ihn, daß er aufgewacht war. Er lauschte noch ein bißchen auf das durchs Fenster hereintönende Gespräch und hörte, daß man ungarisch sprach, aber ungarisch verstand er nicht. Er hätte sich schon sehr anstrengen müssen, um allein aus der Art des Gespräches etwas zu begreifen. Dann setzte er sich aufrecht und ließ seine Beine auf den Fußboden herunterbaumeln. Mit gespreizten Fingern fuhr er sich einige Male durch sein zerzaustes Haar und strich es nach hinten. Dann schaute er sich um. Die beiden Betten, in denen sein Vater und seine Mutter schliefen, waren bereits wieder gemacht. Seit er sich erinnern konnte, hing von diesen beiden Betten die abgeschabte, grüne Decke mit den Fransen am Rande herunter. Der Vater war draußen irgendwo bei den Schafen, die Mutter in der Küche. Er hörte sie nebenan schalten und walten. So saß er lange untätig und unbeweglich. Obwohl er genug geschlafen hatte, fühlte er sich müde und abgespannt, wie fast jeden Morgen. Er war oft krank. Während man die anderen Kinder im Dorfe schon frühmorgens aus dem

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