Der Mord am Schlachtensee
Der Mann, der an einem Freitag mitten in der Nacht die Tür eines stattlichen Hauses in der Skalitzer Straße zu Berlin von außen aufschloß, hatte trotz der warmen Frühlingsluft den Rockkragen in die Höhe geklappt und den Hut tief in die Stirn gedrückt, genau wie es der Rentier Schwenndieck zu tun pflegte, wenn er etwas verspätet nach Hause kam. Der Hausschlüssel, dessen sich der Mann bediente, befand sich an dem Bunde, das er Schwenndieck aus der Tasche genommen hatte, bevor er ihn liegen ließ draußen im Forst am Schlachtensee. Drinnen auf der Treppe dämpfte der Mann den Tritt kaum mehr, als ein gesitteter Hausbewohner es zu tun pflegt, wenn er die Stunde seiner nächtlichen Heimkehr nicht gerade zu allgemeiner Kenntnis bringen möchte. Auch der Schlüssel zum Korridor des ersten Stocks befand sich an dem erwähnten Bunde. Der Mann faßte ihn auf den ersten Griff, ein Zeichen, daß er ihn kannte. Nachdem sich die Tür wieder hinter ihm geschlossen hatte, zog er eine elektrische Taschenlaterne hervor. Im Schein derselben schritt er ohne zu zögern und ohne besondere Vorsicht nach den beiden Zimmern, die Schwenndieck von der verwitweten Frau Kemnitz als »möblierter Herr« gemietet hatte. Der Mann wußte offenbar, daß die Wirtin mit ihrer Tochter Anna gerade an diesem Abend einer Einladung nach den Zelten zum Sommernachtsball Folge geleistet hatte. Indessen, wenn auch jemand durch einen