Erstes Kapitel
Herr Martins hatte sich von den Geschäften zurückgezogen, obgleich er noch verhältnismäßig jung war. Er sah nicht ein, warum er sich noch länger quälen sollte, da er nach seiner Berechnung mehr als genug besaß, um das Wohlleben, an das er von Jugend auf gewöhnt, ohne Arbeit fortführen zu können. Die fieberhafte Begierde, die von keinem Gewinn gestillt wird, war ihm fremd und er hatte nur für sich selbst zu sorgen, denn er war ein Junggeselle. Nicht als ob er das weibliche Geschlecht gehaßt hätte, davon war er in seiner Jugend weit entfernt gewesen. Wie ihm aber die Verwaltung eines eigenen Hauses sehr verdrießlich dünkte und er deshalb zur Miete wohnte, während er sein Geld auf erste Hypotheken austat, so schienen die Unfreiheit, der Kinderlärm, Sorge und Kummer, die mit den Kindern heranwachsen, gegen das Glück der Ehe zu schwer in die Wagschale zu fallen, als daß er nicht den Spruch des Apostels hätte beherzigen sollen: »Heiraten ist gut, nichtheiraten ist besser!« Häusliches Behagen könnte man ja haben, ohne darin durch das Klirren der Ehefesseln unliebsam gestört zu werden, etwa wie er den Anblick und Duft des Blumengartens unter seinem Fenster genoß, ohne daß er sich um dessen Pflege zu bekümmern brauchte. Er besaß in dem Fräulein Käsebitter eine Perle von einer Haushälterin, die in der Tat bewunderungswürdig für sein leibliches Wohl sorgte. Keine Frau, die ihren Gatten