Erstes Kapitel
Die Nationaloekonomie entstand als eine natuerliche Folge der Ausdehnung des Handels, und mit ihr trat an die Stelle des einfachen, unwissenschaftlichen Schachers ein ausgebildetes System des erlaubten Betrugs, eine komplete Bereicherungswissenschaft. Diese aus dem gegenseitigen Neid und der Habgier der Kaufleute entstandene Nationaloekonomie oder Bereicherungswissenschaft traegt das Gepraege der ekelhaftesten Selbstsucht auf der Stirne. Man lebte noch in der naiven Anschauung, dass Gold und Silber der Reichthum sei, und hatte also nichts Eiligeres zu tun, als ueberall die Ausfuhr der "edlen" Metalle zu verbieten. Die Nationen standen sich gegenueber wie Geizhaelse, deren jeder seinen theuren Geldsack mit beiden Armen umschliesst und mit Neid und Argwohn auf seine Nachbarn blickt. Alle Mittel wurden aufgeboten, um den Voelkern, mit denen man im Handelsverkehr stand, soviel baares Geld wie moeglich abzulocken, und das gluecklich Hereingebrachte huebsch innerhalb der Mauthlinie zu behalten. Die konsequenteste Durchfuehrung dieses Prinzips haette den Handel getoedtet. Man fing also an, diese erste Stufe zu ueberschreiten; man sah ein, dass das Kapital im Kasten todt da liegt, waehrend es in der Cirkulation sich stets vermehrt. Man wurde also menschenfreundlicher, man schickte seine Dukaten als Lockvoegel aus, damit sie andere mit sich zurueckbringen sollten, und erkannte, dass es