Die Sozialdemokraten
Der Sozialdemokrat ging etwas gedrückt neben der energischen Schönen her, denn er hatte das Mädchen wirklich lieb und hätte sie gerne zu seiner ehrlichen Frau gemacht, wenn er nur die Mittel zu einem Haushalt hätte auftreiben können und sie eingewilligt hätte, ihre Freiheit und Sorgenfreiheit daran zu geben. So hoffte er, daß die »Association« gelingen und ihr bessere Einsicht beibringen werde. Manches hatte er freilich schon gelernt, das mit den Lehren der neuen Agitation nicht recht klappen wollte, aber die Theorie bleibt ja immer so verlockend! Die drei Paare waren zu dem Hause in der Nähe der Kaserne des Gardisten gekommen, in dem so verschiedene soziale Szenen dieses Buchs gespielt haben, und wo bei der Vermieterin des Chambregarni im zweiten Stock des Vorderhauses der Meier Söllenhofer der Nähe der Kaserne wegen Wohnung genommen und auch der junge Volontär von den Gardeschützen eine bescheidene Stube gefunden hatte. Am 1. Oktober war die junge Schneiderin mit ihrer gelähmten Pflegemutter und der armen Friederike mit ihrem Kinde in die kleine Hofwohnung hinter dem zweiten Laden eingezogen, da diese in der Mitte der Stadt trotz der höheren Miete für ihre neue Beschäftigung weit vorteilhafter sich zeigte, als die ihr ohnehin durch die frühere Recherche verleidete Wohnung auf dem Köpenicker Felde. Dies und die Spekulation des angehenden, jungen Zigarrenfabrikanten auf die