Chapter

Das Attentat in Baden

Die Fürstin H. hatte dem Berliner Journalisten bei der Begegnung am Abend vor den Kursälen angedeutet, die Königin und die, Großherzogin würden den Morgen des traurigen, in der deutschen Geschichte und namentlich der liberalen Agitation so schmachvollen 13. Juli in Lichtenthal zubringen, und daß der König Wilhelm deshalb seine gewöhnliche Morgenpromenade nach dem Brunnen in Begleitung des preußischen Gesandten in Baden dahin richten werde. Weil der große Schwarm der Badegäste sich stets in der Nähe der Allerhöchsten Herrschaften zu ziehen pflegte, war leicht voraus zu sehen, um diese Zeit die inneren Promenaden weniger besucht sein und deshalb Gelegenheit zu einer unbemerkten, nicht durch Neugier oder unerwünschte Begegnungen gestörten Unterredung bieten würden. Dies war in der Tat der Fall, und als der Journalist, der schon seit zwei Stunden die herrlichen Umgebungen durchstreifte und eben jetzt von dem Besuch Lichtenthals zurückkehrte, gegen 9 Uhr in der Nähe des Wassers promenierte, sah er zwei Damen die Alleen heraufkommen, von denen er die eine sogleich als die Fürstin erkannte. Auch sie hatte ihn bemerkt, denn bald darauf sah er sie ihre Begleiterin verabschieden und sie selbst auf sich zueilen. Er begrüßte ehrerbietig die Dame, die sich jedoch bei den konventionellen Reden und Erkundigungen nicht lange aufhielt, sondern nach einem unbesuchten Nebeneingang einbog und ihn

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